Am 14. September den Rassisten die Tour vermiesen …auch wenn sie wie Clowns wirken!

via nonazis.tk

Am kommenden Samstag wollen die Rechtspopulisten von „Pro Deutschland“, unter ihnen auch mehrere (Ex-)NPD/REP/DVU-Nazis, auf ihrem Karnevalszug durch Deutschland einen Abstecher nach Halle machen.

Die vor allem auf Radikalisierung des rassistischen Allgemeinwissens der Gesellschaft bauende… Truppe hetzt seit Wochen auf groteske Art und Weise gegen all diejenigen, die in ihren Augen die „Volksgemeinschaft“ stören – vor Flüchtlingsheimen, Moscheen und „linken Zentren“. In Halle haben sie sich die soziokulturellen Hausprojekte „VL – Ludwigstraße 37“ und „Reil 78“ auserkoren, wo sie „Linke“ vermuten – in ihren Augen also solche verrückten und „extremistischen“ Zeitgenossen, die die Gleichbehandlung aller Menschen ohne Rücksicht auf ihre Herkunft oder Staatsbürgerschaft einfordern und Rassisten und Antisemiten entschlossen entgegentreten.

Doch während die Schar der Unterstützer eher an gescheiterte Clowns erinnert, wenn sie ohne Publikum Reden „an das Volk“ halten oder hysterisch kreischend vor Tomaten ausweichen, ihre Tour gilt es trotzdem zu vermiesen. Denn wie die NPD (z.B. aktuell in Berlin-Hellersdorf und anderen Bezirken) oder andere organisierte Rassisten nutzen sie die „Krisenstimmung“, um Fremd- und Feindbilder zu bestätigen und „Ängste“ herbeizureden. Dabei rufen sie zum Kampf gegen alles, was den deutschen „Volkskörper“ „bedroht“, insbesondere Flüchtlinge – die „Bedrohung von Außen“ – und „muslimische“ Migranten – die „Bedrohung von Innen“. Im Geiste deutscher „Leitkultur“ setzen sie sich für die Bewahrung „des preußischen Erbes“ und des „abendländischen Charakters Deutschlands“ ein. Sie fordern die Kenntnis der deutschen Sprache als Bedingung für einen dauerhaften Aufenthalt „integrationswilliger Ausländer“, wollen aber gleichzeitig Kinder, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, aus dem Regelunterricht nehmen lassen. In diesem Sinne fordern sie auch die Verschärfung des Asylgesetzes – aberwitzig angesichts der Tatsache, dass das Recht auf Asyl 1993 mit den Stimmen von CDU, FDP und SPD faktisch abgeschafft wurde. Im Mittelpunkt der „Pro Deutschland“-Hetze stehen dabei meist als „Muslime“ kollektivierte Migranten oder Nachkommen von Migranten. Ein fremd klingender Nachname, eine bestimmte Kleidung oder ein Bart können ausreichen, um in den Augen der Rassisten zum „Muslim“ zu werden, samt der damit verbundenen Zuschreibungen „fremd“, „gefährlich“, „rückständig“ oder „gewaltbereit“. „Hassprediger“ und „Fanatiker“ vermuten sie hinter allen, die sie so abstempeln, ob diese nun gläubige, weniger gläubige oder gar keine Muslime sind. Und auch mit verkürzter Kapitalismuskritik, insbesondere der bloß populistischen Stimmungmache gegen Großkonzerne und –banken und der Forderung nach „Zurückweisung der Machtansprüche der multinationalen Unternehmen“, stehen sie NPD und Co. in Sachen strukturellen Antisemitismus’ in Nichts nach.

Mit all ihren Themen haben sie aber gleichzeitig Schnittmengen mit der bundesdeutschen „Mitte“, können anknüpfen an gesellschaftliches „Allgemeinwissen“ über „uns“ und „die Anderen“. Dieses Allgemeinwissen versammelt die Ressentiments der großen Mehrheit, Ressentiments, die vor dem Hintergrund der ideologischen Verarbeitung der gesellschaftlichen Realität unter kapitalistischen Verhältnissen analysiert und kritisiert werden müssen. Auch wenn „Pro Deutschland“ vor allem ein Clownshaufen ist, machen diese gesellschaftlichen Dimensionen ihrer Hetze eine Intervention nötig.

Auch den Auftritt von Pro Deutschland in Halle muss man daher zum Desaster machen, „um sich danach wieder ungestört der Kritik der Verhältnisse widmen oder einfach nur in Ruhe in die Kneipe gehen zu können“. Also, bis Samstag!

15 Uhr – neben dem Soziokulturellen Zentrum VL – Ludwigstraße 37

17.15 – in der Nähe des Soziokulturellen Zentrums Reil 78 – sollten sie danach nicht genug haben bzw. es noch schaffen…